ARTEC Architekten

systemhaus 2 Hörbranz/Vbg. I Christoph und Mira Manahl





Fotos, copyright: Bruno Klomfar; Wien, ARTEC Architekten


ARTEC Architekten
Bettina Götz und Richard Manahl
MitarbeiterInnen:
Gerda Polig; Johannes Giselbrecht, Michael Murauer
Gül Cakar, Stephan Kirchmair, Teresa Klestorfer, Kathrin Schelling (Modelle)

Planungsbeginn 2008
Baubeginn 2009
Fertigstellung 2010

Grundstücksfläche 1.574 m2
Bebaute Fläche 90 m2
Nutzfläche 62 m2 + 129 m2 (inkl. Kellergeschoss)
Umbauter Raum 1.150 m3


Raumgestalt durch Systematik

Ein zweigeschoss hoher Würfel mit der Kantenlänge 840 cm in der tragenden Struktur (3 x 280 = 840 cm) ist Ausgangsfigur der Überlegungen zu einem geometrisch und fertigungstechnisch reduzierten Minimalhaus. Eine einfache Massnahme führt zu einem innen- und aussenräumlich komplexen Gebilde: die mittlere der Platten des Grundrisses mitsamt des Stiegenraumes wird um ihr Breitenmass (280 cm) nach aussen verschoben, die dabei entstehende Fuge aber mit dem äusseren Umriss geschlossen.
Öffnungen und geschlossene Aussenwandbereiche sind (bis auf die irregulär eingeführte Schräge) ebenso aus dem Raster von 280 cm im Grundriss abgeleitet. Massive Platten über die gesamte Gebäudehöhe wechseln mit Rahmenelementen ebenfalls gebäudehoch.
Die so entstandene Raumfigur enthält eine „Eingangshalle“ mit Aussichtspotential.
Das Haus ist als Standard- und Halb-Fertighaus konzipiert, die Konstellation wird dem Grundstück und den Bedürfnissen angepasst. Als konstruktivee Elemente werden Betonfertigteile (als Aussenwände kerngedämmt) oder Kreuzlagen-Holzplatten (KLH) verwendet.

Besonderheiten der Lage

Der spezifische Faktor der Lage am Steilhang mit herrlicher Aussicht über den Bodensee, Wald und Wildbach im Rücken hat Auswirkungen auf die Gebäudekonfiguration: die abfallende Topografie lässt ein zusätzliches, gegen die Ebene offenes Geschoss zu. Von hier aus wird das Haus über einen offenen Autoabstellplatz erschlossen. Es gibt einen zweiten, direkten Zugang in den oberen, zweigeschossigen Bereich durch den Garten, über den Deckel des Abstellplatzes, der den Garten als Terrasse am höheren Niveau abschliesst. Die untere Ebene und die darüberliegende zweigeschossige Raumeinheit können dadurch separat genutzt werden, beide Einheiten besitzen am Niveau zugängliche Gartenflächen.

Konstruktion

Die tragenden Elemente werden als Betonfertigteile ausgebildet. Die Aussenwände sind zweischalige Wände mit lastabtragender Innenschale und dünner Aussenschale, der Beton ist innen wie aussen roh belassen. Die Treppen sind ebenfalls unbehandelte Betonfertigteilläufe.
Die Böden (Betonfertigteile mit Aufbeton vor Ort) sind, wo ohne Aufbau ausgeführt, direkt geschliffen und imprägniert. Im trittschallgedämmten Deckenbereich (mögliche Trennung der Einheiten) wird der Estrichbeton geschliffen.
Verglaste Fassaden sind Pfosten-Riegelelemente, aussenseitig ist schwarz behandeltes Aluminium verwendet, innenseitig haben sie als Lärchenholzpfosten in der Stärke der Wand auch Abstellfunktion.

Ausbau

Der Stiegenraum verbindet als offener Luftraum alle Geschosse, alle Fixeinbauten mit Ausnahme der Bäder sind aus massiven Lärchenholzplatten ausgeführt. Geländer werden als Möbel ausgebildet, im Stiegenbereich sind die Platten unregelmässig perforiert.
Die Bäder sind, im Gegensatz zu den roh verwendeten Materialien „Beton“ und „Holz“, als weisse und schwarze Räume mit glänzenden, spiegelnden Oberflächen eingestellt. Das weisse Bad liegt direkt an der Eingangshalle, offen gegen das Zimmer und mit schöner Aussicht. Das schwarze Bad, als „Nasszelle“ ausgebildet, ist als plastisch ausgebildete Raumeinheit mittig in den Grundriss gestellt.
Im obersten Geschoss gliedert der Küchenblock den Plan.
Eine gewendelte Stahltreppe über dem Abgrund zum Wildbach soll in Zukunft das Dachplateau erschliessen.

Presse

Raum und Wohnen, 10/14, Etzel Verlag, Cham/ZG. Lore Kelly: „Wohnwürfel aus Beton und Glas“
Das Haus, Dezember 2013, Burda Verlag, München
Zement + Beton, 1_13, Wien 2013
Einfamilienhäuser–Das ultimative Planungsbuch. Wolfgang Bachmann/Arno Lederer, Callwey, München, 2012
Oris Nr. 73, Zagreb, 2012. Vera Grimmer: “House as Stage and Audience”
6. Vorarlberger Hypo-Bauherrenpreis 2010, Herausgeber VAI, Sonderheft der VN, 10/2010

Preise

Auszeichnung beim 6. Vorarlberger Hypo-Bauherrenpreis 2010 für Mira und Christoph Manahl
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