ARTEC Architekten

Stadtstruktur




Fotos, copyright: Gerald Zugmann, Wien und ARTEC Architekten

Eine Stadtstruktur.

Im Rahmen eines Workshops der Wiener Stadtplanung (von Stadtrat Swoboda initiiert, demjenigen, dem der neue Wiener Schulbau zum Beispiel zu verdanken ist), ist von uns untersucht worden wie Bebauungsstrukturen, die von der Dichte her den gründerzeitlichen Stadterweiterungsvierteln des letzten Jahrhunderts entsprechen, aufgebaut sein könnten.

Wir haben uns bei der Distanz der Erschliessungsstrassen in etwa an der Grösse des gründerzeitlichen Baublocks orientiert, der für den Fussgänger überschaubar ist.

Ausgehend von einer angenommenen städtebaulichen Figur mit parallelen Verkehrserschliessungen ("Strassen") mit gleiche Abstand und einer weniger exakt vorgegebenen Durchlässigkeit für Fussgänger und Anlieferung in der anderen Richtung der Struktur (teilweise überbaut, nicht notwendig streng linear: "Passage") - als historische Grundlage dient die Salzburger Innenstadt - wurden anhand der möglichen Anordnung von Wohnsubstanz mit Büro- und Geschäftsdurchmischung, Alternativen zur Blockrand- bzw. Zeilenbebauung erkundet.

Besonderes Augenmerk wurde auf das Potential der unfertigen Struktur gelegt, unterschieden zwischen der möglichen Luft im Inneren der Einheiten (Geschosshöhen so gewählt, dass teilweise zweistöckiger Ausbau möglich ist) und der Ausbaubarkeit an den Rändern (Luft nach Aussen).

Die städtebauliche Figur wird gebildet durch Hauptverbindungen, die im Abstand von 110 Metern in ost - westlicher Richtung verlaufen.
Quer dazu wird durch eine Zeilenstruktur, Breite der Zeile 10 m, Abstand zwischen den Zeilen 10 m (entspricht einem gründerzeitlichen Strassenquerschnitt mit Höhe bis zu 6 Geschossen und belichtungsmässiger Hauptorientierung zum Strassenraum) eine permanente Durchlässigkeit (im Gegensatz zur Blockrandbebauung) erzeugt.

Diese Zeilen, Höhe ebenfalls 10 m, werden rechtwinklig mit weiteren Zeilen, Breite 10 m, Höhe wieder 10 m, überlagert. Der Abstand zwischen diesen Zeilen beträgt hingegen 20 m, die Zeilen verlaufen nun ost - west, die Nordseite ist sehr geschlossen - Südseite ist stark verglast und die Glasflächen reflektieren das einfallende Licht nach unten in die querlaufende Gasse.
Diese gitterartige Struktur wird an den ökonomisch interessanten Rändern verdichtet ("Bild" der Strasse, die Qualität der Strasse als öffentlicher Raum).

Das in Modell und Plänen gezeigte Grundmodul ist ein spezifischer Ausschnitt von Strasse zu Strasse (Länge = 110 m) und zeigt eine Zeile und den dazugehörigen Zwischenraum.
Den einzelnen Wohneinheiten sind Garten- bzw. Freiflächen zugeordnet, zwischen den Zeilen sollen Freihaltegebote passagenartige Durchgänge offen lassen.

Entlang dieser Passagen soll der Strassenraum erweitert werden und insbesondere in den strassennahen Bereichen Gewerbe, Geschäfte, Gasthäuser angesiedelt werden.
Durch die Geschosshöhe von 5 Metern ist im Bereich der Gitterstruktur grundsätzlich jede denkbare Nutzung möglich und für die Zukunft offen.

Presse

Die konkrete Utopie - Strukturelemente der Stadt. Millenniumsworkshop, Herausgeber R. Lainer, Wien 1997
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