Dachaufbau Grangasse

Wien 15

2018

Der südliche Rand am Westbahnhof: vom Hinterhof in die erste Reihe

 

Die Bebauungsstruktur südlich der Westbahn ist bis heute von Durchzugsverkehr und von unattraktiven, überalterten Bebauungsrändern gekennzeichnet.

 

Anders als am nördlichen Rand des Gleisfeldes der Westbahn, wo die gründerzeitliche Blockbebauung eine ungestörte städtebauliche Front bilden konnte, bricht sich hier die irregulär auftreffende Blockrandbebauung nördlich der Mariahilfer Straße zum Teil unmittelbar am Gleisfeld, oder ist noch durch Sekundärbebauung wie Lagerhallen geprägt.

 

Eine stadträumliche Definition ist bisher nur durch den großmaßstäblichen Bau am ehemaligen Areal der Post angrenzend an den Bahnhof gelungen (Architekt Martin Kohlbauer).

 

Hier wären sowohl entlang vom Gleisfeld und besonders im Bereich vom Brückenkopf der Schmelzbrücke stadtgestalterische Neuordnungen von hoher Attraktivität möglich und dringend erforderlich. Gerade aufgrund der derzeitigen städtebaulichen Gering-Definition in hervorragender innerstädtischer Lage zwischen Westbahnhof und Mariahilfer Straße werden Gentrifizierung und Verdichtung entweder städtebaulich neu definiert oder sonst eben im Rahmen der Möglichkeiten stattfinden.

 

Das Haus an der nördlichen Ecke des Baublocks Grangasse und Rosinagasse ist noch ein Teil der „fertigen“ Stadtfigur, wenn auch an der exponiertesten Stelle als Gegenüber zur kommenden Entwicklung entlang der Westbahn.

 

Anhand dem dreigeschossigen Gründerzeitbau mit ebenfalls dreigeschossiger Überbauung werden Möglichkeiten einer Überlagerung von qualitätvollem und funktionellem Baubestand (Raumhöhe!) mit den Freiheiten einer zeitgemäßen Raumbildung und mit großzügiger Verwebung von Innen- und Außenraum überprüft.

 

In diesem Verständnis soll der kleine Baustein ein Anstoß zu einem Prozess der Neugestaltung des Umfelds mit den Mitteln eines qualitativ geprägten Zusammenspiels von Bestand und Neubau sein.

 

 

Bauherr:
Neuraum R/H GmbH

Team ARTEC Architekten:
Bettina Götz und Richard Manahl
Josef Schröck, Jun Wook Song
Lisa Mayr, Emmanuel Parkmann, Héctor Farré Cortada
Modellbau: Melanie Aichinger, Philipp Feldbacher, Alexandar Marinov, Isabel Messner, Carlotta Ridolfo

Fotografie:
Matthäus Proskawetz
ARTEC Architekten (Modell)

bottom arrow

Statik: zt-moser Ziviltechniker-Gmbh, St.Pölten
Haustechnik: BPS Engineering, Wien
Bauphysik: zt-moser Ziviltechniker-Gmbh, St.Pölten

Planungsbeginn: 2015
Baubeginn: 2016
Fertigstellung: 2018

Grundstücksfläche: 555,42 m²
Bebaute Fläche: 501,62 m²
Bruttogeschoßfläche: 1.020,70 m²
Nutzfläche: 796 m²
Umbauter Raum: 8.759 m³