Tokiostraße - Die Bremer Stadtmusikanten

Wien 22

2009

Im dichten Paket an gestapelten, unterschiedlichen Wohntypologien entlang der Tokiostraße wurden jeweils spezifische Leerräume offengelassen: zur Straße wurde anschließend an den Gehsteig (Busstation) und als Fortsetzung des gebäudehohen Atriums ein Arkadenraum geschaffen, der als gedecktes Angebot an Passanten und langfristig als Reservefläche für nachträgliche Nutzungen (Geschäfte, Lokale, Vereinsräume etc.) freigehalten ist. Parallel zur Tokiostraße befindet sich zwischen dem Straßenblock und der Hofbebauung ein an den Rändern gefasster, aber öffentlich durchgängiger Hof.

In Anlehnung an die Erzählung Die Bremer Stadtmusikanten der Brüder Grimm, in der sich Hahn, Katze, Hund und Esel übereinander stellen, um aus banalen Elementen eine eindrucksvolle Figur zu formen, bildet die Stapelung verschiedener Wohnformen das Konzept dieses Terrassenhauses. Unterschiedliche Wohntypologien mit jeweils zugeordneten Freiräumen werden zu einem dichten suburbanen Paket gestapelt: unten ein offenes Raumkonzept mit Arkaden zur Straße und einem vorgelagerten Garten mit Mauerabschluss zum Hof, darüber Maisonetten, die zu einem Atrium orientiert sind, des weiteren zweigeschossige Reihenhäuser mit Terrassen, und ganz oben Kleingartenhäuser mit Höfen zwischen den Häusern. Eingeschossige Wohnungen mit einem zweigeschossigen Loggienraum zur Tokiostraße (Casablanca-Typologie) er­gänzen die Vielfalt der Wohnformen. Dadurch entsteht eine plastische Baukörpergliederung mit individuell vorgelagerten Freiflächen. Alle Wohnungen können quer gelüftet werden, Küchen und Bäder sind natürlich belichtet und belüftet. Durch diese räumliche Verwebung von unterschiedlichen Wohntypologien, ergänzt mit Auslassungen in halber Gebäudehöhe für Spielplätze und einem allgemeinen Raum für die Bewohner entsteht nicht nur soziale Durchmischung, sondern auch jene struk­turelle Qualität, die für uns Urbanität ausmacht.

Bauträgerwettbewerb
geladenes Verfahren
1. Preis

Bauherr:
Neues Leben

Team ARTEC Architekten:
Bettina Götz und  Richard Manahl
Projektleitung: Michael Ivancsics
Heinrich Büchel, Helmut Lackner, Ronald Mikolics, Michael Murauer, Burkhard Schelischansky, Irene Yerro
Visualisierungen: Ivan Zdenkovic
Modellbau: Wolf Deucker, Katharina Kothmiller, Martins Pilens

Preise:
Nominierung zum European Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award, 2010
Bauherrn-Preis der Zentralvereinigung der Architekten an Neues Leben, 2010

Fotografie:
Margherita Spiluttini
ARTEC Architekten

Fotografien von Marc Räder:
http://marcraeder.de/commissioned/artec-architekten-wien/

 

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Landschaftsplanung, Freiraumgestaltung: DI Jakob Fina, Wien
Statik: DI Anton Harrer, Krems
Haustechnikplanung: Ing. Johann Ernst, Olbendorf
Elektroplanung: DI Michael Künzl, Wien
Bauphysik Ing. Rainer Stepan, Wien

Planungsbeginn: 2006
Baubeginn: 2008
Fertigstellung: 2009

Grundstücksfläche: 3.549 m²
Bebaute Fläche:  2.485 m² (o.i.)
Bruttogeschoßfläche: 11.603 m² (o.i.)
Bruttogeschossfläche: 14.859 (gesamt)
Nutzfläche: 9.413 m²
Bebauungsdichte: 3,27
Umbauter Raum (o.i.): 39.933 m³
Umbauter Raum gesamt:  48.881 m³

 

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Mein Eigenheim. „Wien, Tokiostrasse: Haustypen unter einem Dach“. Fink Verlag, Hochfildern, 2015

Bauen und Wohnen in Gemeinschaft. Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Birkhäuser Verlag, Basel, 2015

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ORIS 88, 2014. ORIS d.o.o., Zagreb. “New programs make new architecture possible”

a+u, nr. 525, Juni 2014

Archithese 5. 2013, Zürich. Florian Dreher: “Big and Cool. Wohnmaschine oder Groundscraper”

QUER, Nr. 2/2013, QUER-Verlag, Wien. Doris Lippitsch und Wolf D. Prix: Wien wo und wohin?

Die Presse, Spektrum, Wien, 6. 7. 2013. Christian Kühn: "Drei Jahre danach"

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Wirtschaftsblatt, 19. 3. 2010. Alexandra Rotter

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Wiener Zeitung, 5. 3. 2010. Hans Haider: „Tierisches Vorbild für Solidarität“

Die Presse, Spektrum, Wien, 20. 2. 2010. Christian Kühn: "Bauen nach Gebrüdern Grimm"

Turn On. Beilage zum Standard vom 18. 2. 2010, Festivalleitung Margit Ulama

Der Standard, Wien, 29. 10. 2009, Wojciech Czaja: “Gemüsebeet und Gartenzwerg in zwanzig Meter Höhe“

Architektur & Bauforum, Wien, 18 / Okt. 09. Wojciech Czaja: “Die Tokioter Stadtmusikanten“

UmBau 24, Strategien der Transparenz. Christian Kühn: "Unruhe im Wohnbauland". ÖGFA und Abteilung für Architekturtheorie TU Wien, Verlag Anton Pustet, 2008

bauträgerwettbewerbe 2006. wohnfonds_wien, Wien 2007

ARTEC Architekten. Catalogue for the internet project of www.gaaleriie.net, Alena Hanzlova (editor), Prag 2006

SKIN 02 Nov 06, Architektur&Bauforum, Wien. Wojciech Czaja: „Häuser lassen Hüllen fallen“