Stadtbar (2019 zerstört)

Wien

2017

Stadtbar Wien: Ein illusionistisches Raumgelenk zwischen Albertina und Burggarten

Die Gebäudestrukturen des Eckhauses Hanuschgasse und Goethegasse treffen mit leichter Abweichung vom rechten Winkel aufeinander. Für das Lokal bildet hier ein „halber“ und ein „vollständiger“ Raum im Grundriss die Grundlage für den Entwurf. Querseitig vervollkommnet ein wandgroßer Illusionsspiegel im vorderen (dem „halben“) Raum die Figur von halb und ganz. Die Ausstattung mit großflächigen Spiegeln an drei Seiten des nicht allzu großen Innenraums bringt die ästhetisch reizvollen und prächtigen Figuren der prominenten Umgebung vielfältig ins Innere des Lokals.

Im Zentrum steht die Bar und verbindet beide Raumbereiche. An den beiden Stirnseiten sind jeweils zwei Sitznischen (eine davon gespiegelt). Diese beiden stirnseitigen Wände sind mit großen, umlaufend gerahmten Spiegeln mit Stehplätzen beidseitig der Sitznischen versehen, zur optischen Raum-Erweiterung, jedoch ohne die Absicht der Täuschung. Im vorderen Raum verlängert ein Bord auf Höhe der Bar, zwischen Bar und Sitznische, die Stehsituation der Bar bis zur Sitznische und verhindert, dass der Besucher die illusionistische Raumverdoppelung betreten möchte.

Durch die leichte Abweichung vom rechten Winkel im Raumgefüge und in der Einrichtung, und der versetzten Fußbodenhöhe um eine Stufe wird die schematische, einfache Grunddisposition gebrochen. Ein Fenster zum Burggarten wird durch dreiseitige Laibungumspiegelung zum (verdoppelten) Illusionsobjekt.

Mattschwarze, einfache Fliesen für Fußboden, Stirnwände, Nischen- und Barverkleidung bilden einen robusten Raum, in welchem das Innenleben von Bar und Sitznischen, ausgelegt mit wertvollen „Teppich“-Böden aus farbigen, alten Gründerzeitfliesen, zelebriert werden kann. In den Nischen lassen Tischchen in Form eines fließenden Gebäudegrundrisses ausreichend Raum für die Beine beim Sitzen. Im hinteren Raum erscheint der Gang zu den WCs als schwarzes Loch. Die rot gebeizten Hölzer der Bar, der Umrahmungen und der Borde sollen an die Wunderbar von Czech erinnern. Der Griff der Eingangstür ist das halbierte Logo des Lokals: draußen Stadt, drinnen Bar.

​Bauherr:
Kaveh Ahi e.U.

Team ARTEC Architekten:
Bettina Götz und Richard Manahl
Projektleitung: Gerda Polig, Björn WIlfinger
Jun Wook Song, Gül Cakar, Josef Schröck, Héctor Farré Cortada,
Junjun Dai , Yoanna Dimitrova

Fotografie:
Lukas Schaller

 

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Lichtplanung: podpod, Wien
Elektroplanung: ART for ART, Wien
HKLS: ART for ART, Wien
Statik: werkraum Ingenieure, Wien

Planungsbeginn: 2017
Baubeginn: 2017
Fertigstellung: 2017
Zerstörung: Juli 2019

Nutzfläche: 85 m²